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Interview mit Projektleiterin Inga Hahn: „Sportliche Alternativen zu schaffen, ist für uns in dieser Zeit das Wichtigste“ (Teil 2)

Interview mit Projektleiterin Inga Hahn: „Sportliche Alternativen zu schaffen, ist für uns in dieser Zeit das Wichtigste“ (Teil 2)

Als im März Sportstätten, Schulen und Kitas aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus im ganzen Land schließen mussten, war auch im Projekt MBS & ALBA – GANZ GROSSER SPORT IN BRANDENBURG nichts mehr wie es war. Mit Beginn des neuen Schuljahres kehrten Schulen landesweit in den Regelbetrieb zurück. Doch auch wenn Schulsport und Nachmittags-AGs in Brandenburg wieder stattfinden dürfen – der Aufwand für Schulen, Lehrer, Vereine und Trainer ist immens. Wir sprachen mit Projektleiterin Inga Hahn über die Herausforderungen einer ganz speziellen Saison 2019/20, den Start ins neue Projektjahr und kreative Lösungsansätze in einer unberechenbaren Zeit.

Im zweiten Teil des Interviews widmen wir uns dem Saisonstart 2020/2021 sowie seinen Herausforderungen und wagen einen ersten kleinen Ausblick.

Inga, der Saisonstart ist bekanntermaßen eine intensive Zeit. Wie hast du die ersten acht Wochen des neuen Projektjahres erlebt?
Inga Hahn: „Der Saisonstart beginnt für uns ja meist schon vor dem Start des neuen Schuljahres. Man trifft Absprachen mit Schulen, Vereinen, Trainer*innen und entwickelt einen Jahresplan. Dieses Jahr liegen natürlich die gleichen Themen an, aber die Voraussetzungen sind andere. Wir machen die Erfahrung, dass Schulen erstmal den Unterricht unter den geltenden Bestimmungen zu regeln haben – und sie das doch mehr Zeit und Energie kostet als sonst. Wir haben uns schon vor Schulstart bereits mit allen Partnern in Verbindung gesetzt und unsere AGs angeboten. Wir haben aber großes Verständnis dafür, dass die Basketball-AG vielleicht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht und drängen uns dann auch nicht auf. Viele Schulen baten um etwas Zeit, ggfs. bis zu den Herbstferien. Wir haben dort verschiedene Dinge angeboten: von der AG als Standardangebot, über Unterstützung im Sportunterricht oder Hilfe bei der aktiven Pausengestaltung. Die Resonanz darauf ist sehr positiv, die Schulen sind dankbar für Unterstützung jeder Art.“

Wie ist das Projekt denn in die neue Saison gestartet?
Inga Hahn: „Wir starten auch in einer ‚normalen“ Saison recht unterschiedlich schnell in das neue Projektjahr. Da geben wir den Schulen die Zeit, die sie benötigen, um sich zu organisieren: Stundenpläne, Lehrerkapazitäten, Hallenzeiten – einige haben auch AG-Testphasen, so dass wir an etwa einem Viertel der Schulen erst um die Herbstferien herum mit unseren Basketball-AGs starten. Gemessen an der für alle ungewohnten Situation und mit dem Wissen, dass jede Schule nach Vorgaben und Empfehlungen des Ministeriums selbst für ihr Hygiene-Konzept verantwortlich ist, bin ich positiv überrascht, an wie vielen Schulen wir schon wieder aktiv sind. Das haben wir der wirklich tollen Arbeit der Schulen und Lehrer zu verdanken. Gerade die Lehrer, die oft seit Jahren die Basketball-AG mit uns und den Vereinen vor Ort betreuen, geben wirklich alles dafür, dass so eine AG möglich gemacht wird.

Wir sind aktuell an 26 Schulen schon wieder mit einer AG aktiv – in verschiedenen Ausprägungen – regulär, klassenweise Rotation, etc. – aber Hauptsache aktiv! Weitere zehn stehen in den Startlöchern mit festen Terminen. Ich freue mich, dass wir wirklich jede Woche mit 2-3 Schulen mehr in den Saisonstart gehen können. Auch wenn die Umstände oft andere sind… Andere wollen erst die Herbstferien abwarten.“

Was meinst du mit den Umständen – wie ist die Lage an den Schulen?
Inga Hahn: „Wir haben eine riesige Bandbreite von wirklich über 50 Einzelfällen. Sporthallen, die aktuell noch als Unterrichtsraum genutzt werden; Sport, der nur draußen stattfindet, AGs, die nur klassenweise und im Rotationsprinzip angeboten werden, kontaktloser Sport, AGs, die unter Einhaltung von Hygienebestimmung nahezu regulär stattfinden.“

Wie geht ihr mit diesen Einzelfällen um?
Inga Hahn: „Wir sind froh, um jedes Sportangebot, das stattfinden kann. Nach einem halben Jahr sind zum Glück viele Hygieneregeln ein Stück weit ‚normal“ geworden. Das klappt in den Gruppen schon sehr gut. Ansonsten schauen wir uns wirklich jeden Einzelfall an und sind so flexibel wie es nur irgendwie geht. Wir bieten an, im Sportunterricht mit Trainern zu unterstützen oder für eine aktive Pausengestaltung aller zu sorgen, wenn AG-technisch gar nichts geht. Wir rotieren in Gruppen, wir finden kontaktlose Alternativen, usw. Da hat uns die Vorarbeit, die unsere leitenden Trainer noch während des Lockdowns mit Blick auf Spielideen in Corona-Zeiten entwickelt haben, sehr geholfen. Wir haben Konzepte und können sie anwenden oder den Schulen übergeben – wenn beispielsweise keine Externen an der Schule erlaubt sind.“

Fortbildungen für Trainer*innen und Lehrer*innen, Camps, Wettbewerbe – das Projekt besteht aus vielen verschiedenen Angeboten – wie geht ihr damit um?
Inga Hahn: „Wie schon zum Ende der vergangenen Saison: Wir schauen von Woche zu Woche, was möglich ist. Wir wollen uns nicht starr der Situation ergeben, wollen aber auch niemanden gefährden. Also bieten wir an, was geht – oder werden kreativ und arbeiten mit den aktuellen Gegebenheiten. So sammeln wir zum Beispiel gerade Feedback zum Thema Fortbildungen. Wir können sie hier in Berlin durchführen oder dezentral vor Ort unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsgeboten und Vorgaben zur maximalen Personenzahl. Wir können auch digitale Fortbildungen anbieten. Da analysieren wir gerade, was den Lehrer*innen am ehesten entgegenkommt. Die Vereine organisieren Camps und haben dabei ihre eigenen Hygiene-Konzepte. Dort unterstützen wir wie gewohnt sportlich-inhaltlich. Die Highlights – unsere Wettbewerbe – stehen bei mir aktuell ganz oben auf dem Zettel. Und ehrlich gesagt, sie fehlen mir am meisten. Auch weil wir die letzte Saison nicht richtig abschließen konnten. All die Kinder in den Vorrunden, beim Finale – die große Begeisterung. Das vermisse ich.

Wir planen grundsätzlich erst einmal noch mit einem nachgeholten Finalturnier – schauen uns aber von Woche zu Woche an, ob und wie das unter der Einhaltung aller Gebote möglich ist. Da orientieren wir uns auch am Verbandsspielbetrieb und den Erfahrungen, die dort gemacht werden. Dort haben wir ein Konzept erarbeitet. Ich hoffe, dass wir Ende November so ein Turnier spielen können. Es wird anders werden – aber etwas zu machen, den Kindern etwas anzubieten, nicht aufzugeben, das ist mir wichtig. Mit unserem Schulcup 2021, der im Februar/März nächsten Jahres starten würde, haben wir da zum Glück noch etwas Zeit. Alternativ haben wir gerade eine neue Form für einen basketballerischen Wettbewerb an Schulen konzipiert, die wir in der vergangenen Woche auch in Berlin getestet haben – quasi unter dem Motto: wenn die Kinder nicht zur Schulliga kommen, dann kommt die Schulliga zu den Kindern.“

Das müsstest du bitte einmal erklären…
Inga Hahn: „Um eine große Durchmischung von vielen Schüler*innen zu vermeiden, können wir einen Basketball-Wettbewerb auch klassenintern durchführen. Dafür kommen wir an die Schule. Im 3-3 spielen die Kinder einer Klasse parallel auf zwei Feldern gegeneinander. Jeder gegen jeden quasi – im Rotationsprinzip. Gespielt wird bis eine Mannschaft zwei Treffer hat, dann geht das Siegerteam vom Feld und andere Spieler*innen kommen zum Zug. So wird über einen festgelegten Zeitraum gespielt – mit dem Ziel, die Bewegungszeit für die Kinder und Jugendlichen so groß wie möglich zu halten. Alle sollen spielen und der Modus, bei dem die Teambesetzung nicht fix ist, weil sich die Schüler*innen immer unterschiedlich mischen, erlaubt auch allen Erfolgserlebnisse. Man ist einfach doch immer mal in einem Team, das gewinnt. Um das Ganze am Ende auch über die Klasse oder Schule hinaus vergleichbar zu machen, erspielt alle Schüler*innen in diesem 3-3 Punkte. Pro Sieg bekommt jede*r Spieler*in einen Punkt – am Ende wird ausgewertet. Es bleiben: je drei Mädchen und drei Jungen mit der größten Punktzahl. Diese sechs Schüler*innen treten als Klassen-Team in einer Skills-Challenge, einem Basketball-Parcours auf Zeit, an. Es entsteht ein Punktwert. Dieser Punktwert macht das Klassenergebnis vergleichbar.
So kann ein Schulmeister ermittelt werden und auch ein späteres Finalturnier, das wir gerne im Frühjahr als Outdoor-Veranstaltung durchführen wollen, kann sogar das beste MBS & ALBA Schulteam ermitteln.

Es sind anspruchsvolle Zeiten…
Inga Hahn: (lacht): „Ja, Kreativität ist gerade vielleicht noch mal notwendiger als sonst. Wir wissen nicht, was die nächsten Wochen und Monate bringen. Das weiß niemand. Wir können nur versuchen, gut vorbereitet zu sein. Mit unseren digitalen Angeboten haben wir eine kleine Alternative zum Schul- und Freizeitsport geschaffen – auch wenn ich hoffe, dass es immer nur ein Zusatzangebot bleibt, weil Schul- , Vereins- und Freizeitsport weiter stattfinden kann. Aber wenn wir vor Ort nicht das tun können, was wir gewohnt sind zu tun, müssen wir uns andere Dinge überlegen. In diesen Zeiten sportliche Alternativen zu schaffen, hat für uns höchste Priorität. Und vielleicht kommt dabei sogar etwas heraus, das über diese Zeiten hinaus Bestand hat.“

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